Schwäbische Zeitung Lokalteil Biberach vom 21.01.2015

Schwäbische Zeitung Lokalteil Biberach vom 21.01.2015 von Katrin Bölstler

Flüchtlinge mehr im Alltag unterstützen

Am Mittwoch sind alle Hochdorfer eingeladen, die sich hierfür ehrenamtlich engagieren wollen

Hochdorf sz Immer mehr Flüchtlinge leben unter uns, sind jedoch auch nach vielen Monaten nicht Teil der Gemeinschaft. Um das zu ändern, gibt es bereits in vielen Städten ehrenamtliche Initiativen, die die Asylbewerber unterstützen und bestenfalls integrieren. Auf Initiative der beiden Gemeinderäte Thomas Booch und Günther Huchler gibt es am Mittwoch, 21. Januar, um 20 Uhr im Vereinsheim des TSV Hochdorf ein erstes Informationstreffen, um zu klären, ob eine solche Initiative auch in Hochdorf entstehen könnte.

Seit Wochen sind die beiden Hochdorfer in der Gemeinde unterwegs, um ihre Idee publik zu machen. „Wir haben alle möglichen Leute angesprochen und fast überall positive Reaktionen erhalten“, berichtet Booch. Viele Menschen fühlten sich berührt von dem Schicksal der Flüchtlinge und würden gerne helfen. Der heutige Abend soll klären, welche Art von Engagement möglich ist und überhaupt von beiden Seiten gewünscht ist.

Um herauszufinden, was die momentan in Hochdorf lebenden Asylbewerber an Unterstützung benötigen, haben die beiden Gemeinderäte vor ein paar Tagen kurzerhand in der Anschlussunterbringung in Unteressendorf geklopft. Sie trafen von den dort momentan wohnenden fünf Personen eine an: eine Asylbewerberin aus Serbien. „Die Frau sprach sehr gut Deutsch und erzählte uns ganz offen, was sie bewegt und was sie sich wünscht“, sagt Booch.

Laut seinen Recherchen leben in der Unterkunft zudem ein Chinese, ein Pakistani und zwei weitere Personen. „Unser Flüchtlingsbild ist aufgrund der Berichterstattung sehr stark in Richtung Syrien geprägt, doch die Syrer sind nicht die einzigen, die unsere Unterstützung brauchen“, so der Gemeinderat. Auch woher die neuen Flüchtlinge kämen, die Hochdorf voraussichtlich 2015 zugewiesen werden, sei nicht klar.

Sein und Huchlers Ziel ist es, sich gemeinsam mit den anderen Freiwilligen zu organisieren und sowohl kurz- als auch langfristige Ziele für den Dialog mit den Flüchtlingen in Hochdorf zu entwickeln. „Das Erlernen der deutschen Sprache steht dabei an oberster Stelle“, sagt Booch. Schon jetzt hätten mehrere Lehrer aus der Gemeinde ihre Bereitschaft signalisiert, die Asylbewerber in ihrer Freizeit zu unterrichten. Kurzfristig sei es jedoch auch wichtig, den neu Angekommenen vor allem den Alltag zu erleichtern, für die Waschmaschine in der Unterkunft eine Gebrauchsanweisung in der jeweiligen Muttersprache zu besorgen oder zum Beispiel einen Fahrdienst zum Arzt zu organisieren.

Jeder, der Interesse an diesem Thema oder Ideen hat, wie die Asylbewerber besser integriert werden könnten, ist um 20 Uhr ins TSV Vereinsheim eingeladen. Wer verhindert ist, kann den Initiatoren eine E-Mail schreiben: helferkreis-hochdorf@gmx.de