Schwäbische Zeitung Lokalteil Biberach vom 27.01.2015

Schwäbische Zeitung Lokalteil Biberach vom 27.01.2015 von Katrin Bölstler

Bürger gründen Helferkreis

Rund 60 Hochdorfer zeigen großes Interesse, Flüchtlinge im Ort willkommen zu heißen

Hochdorf sz Damit hatte keiner gerechnet: Rund 60 Bürger sind zu dem Gründungstreffen des Helferkreises Hochdorf gekommen, um mitzumachen oder sich zu informieren. „Dass so viele Menschen aus Hochdorf Interesse daran hätten, sich für Flüchtlinge zu engagieren, hätten wir nicht gedacht“, freut sich Thomas Booch, einer der beiden Organisatoren.

Gemeinsam mit seinem Gemeinderatskollegen Günther Huchler hatte Booch zu diesem Treffen eingeladen. Schon lange ist bekannt, dass die Kommune 2015 deutlich mehr Flüchtlinge aufnehmen wird als bisher. Zurzeit leben in der Unterkunft in Unteressendorf nur fünf Personen aus Serbien, China, Pakistan und weiteren Ländern. Woher die neuen Flüchtlinge kommen werden, ist noch nicht klar.

Jeder tut, was er kann

Bei dem ersten Treffen ging es gleich ans Eingemachte: Jeder konnte in einem Fragebogen angeben, wie er sich gern engagieren würde. Danach teilte sich die Anwesenden in Arbeitsgruppen ein, die sich in den nächsten beiden Wochen erneut treffen werden. Eine Arbeitsgruppe organisiert und verwaltet benötigte Sach- und Geldspenden.

Die zweite Gruppe kümmert sich um Alltagshilfen. Das können kleine Fahrdienste oder eine Begleitung bei einem Behördengang sein. Mehrere ehemalige Lehrer haben sich bereiterklärt, künftigen Flüchtlingen Deutsch beizubringen. Um sich in den ersten Wochen zu verständigen, werden Übersetzer für alle möglichen Sprachen gesucht.

Eine weitere Gruppe bastelt an einem internen Kommunikationsnetz, sodass jede Gruppe für sich selbstständig arbeiten, aber dennoch stets mit den anderen Mitgliedern kommunizieren kann. Eventuell, sagt Booch, werde es sogar eine eigene Internetseite geben.

Paten für Familien

„Dieses erste Treffen hatte einen absolut positiven Tenor, alle waren bereit, sofort loszulegen“, sagt er. Schon jetzt zeichnet sich ab, dass mehrere Bürger bereit sind, als Paten zu fungieren, also direkter Ansprechpartner für eine Familie oder Einzelperson sein werden. In dieses Projekt sollen auch die Flüchtlinge mit einbezogen werden, die bereits in Unteressendorf leben. Da Booch und Huchler bisher erst mit einer der fünf dort lebenden Personen reden konnten, werden die beiden Gemeinderäte erneut den Kontakt mit diesen Menschen aufnehmen. „Auch wenn diese Asylbewerber zum Teil schon länger bei uns leben, wurde uns ja schon klar signalisiert, dass auch sie unsere Unterstützung gebrauchen können“, erklärt Booch.

In zwei Wochen soll es ein weiteres Treffen geben. Bis dahin werden sich alle Arbeitsgruppen einzeln treffen. Einige der Freiwilligen werden sich bis dahin auch Gedanken machen, wie ein „Willkommenspaket“ aussehen könnte. Die Ideen reichen von einem vollen Kühlschrank bis hin zu einfachen Orientierungshilfen, wie Busfahrplänen. Bis die ersten neuen Flüchtlinge in Hochdorf eintreffen, wollen die Ehrenamtlichen so gut wie möglich vorbereitet sein.

Jeder, der Interesse hat, im Helferkreis mitzumachen, kann den Initiatoren eine E-Mail schreiben: helferkreis-hochdorf@gmx.de