Schwäbische Zeitung Lokalteil Biberach vom 21.01.2016

Schwäbische Zeitung Lokalteil Biberach vom 21.01.2016 von Gerhard Rundel

Hochdorf erhält Gemeinschaftsunterkunft

Landkreis informiert Bürger über die entstehenden Plätze und die Flüchtlingssituation

Auf dieser Fläche bei der Sporthalle Hochdorf entstehen bald Unterkünfte für bis zu 50 Flüchtlinge, davon 40 in einer Gemeinschaftsunterkunft und zehn in Anschlussunterbringung. SZ-Foto Gerhard Rundel
Auf dieser Fläche bei der Sporthalle Hochdorf entstehen bald Unterkünfte für bis zu 50 Flüchtlinge, davon 40 in einer Gemeinschaftsunterkunft und zehn in Anschlussunterbringung. SZ-Foto Gerhard Rundel

Der Landkreis Biberach beginnt demnächst mit den Arbeiten für die Containerunterkunft bei der Sporthalle in Hochdorf. Für Flüchtlinge sollen bis Ende März 40 Plätze als Gemeinschaftsunterkunft für den Landkreis und zehn Plätze für die Anschlussunterbringung der Gemeinde Hochdorf bereit stehen.

Jürgen Kraft, Leiter Sachgebiet Flüchtlinge beim Landratsamt Biberach, informierte am Montag rund 180 interessierte Bürger bei einer Informationsveranstaltung im Hochdorfer Teilort Schweinhausen mit aktuellen Fakten und Zahlen zur Flüchtlingssituation. Derzeit leben im Landkreis Biberach 2000 Flüchtlinge in Gemeinschaftsunterkünften und weitere 500 in der Anschlussunterbringung. Die Prognose für 2016 seien weitere 2000 Flüchtlinge. Der Landkreis habe 2,1 Prozent der dem Land Baden-Württemberg nach dem Königsberger Schlüssel zugeteilten Flüchtlinge unterzubringen.

Derzeit sind es 14 Flüchtlinge

Für die Anschlussunterbringung der Flüchtlinge sind die Städte und Gemeinden zuständig; die jeweils aufzunehmende Anzahl ergibt sich aus dem Gemeindeanteil an der Kreisbevölkerung. Für Hochdorf bedeutet das 22 Flüchtlinge. Momentan sind in der Gemeinde 14 Flüchtlinge untergebracht, jeweils sieben in Unteressendorf und in Schweinhausen.

Für die ökumenische Flüchtlingshilfe und Diakonie im Landkreis Biberach informierten die Sozialarbeiterinnen Angelika Eyrich und Ursula Schmid-Berghammer. „Wir arbeiten eng mit den ehrenamtlichen Helferkreisen zusammen. Wir müssen zusammen einfach für die Flüchtlinge da sein. Nur Menschen können Menschen integrieren“, sagte Ursula Schmid-Berghammer.

Thomas Booch stellte bei der Veranstaltung in Schweinhausen die Arbeit, des aus rund 60 ehrenamtlich tätigen Personen des Flüchtlingshelferkreises Hochdorf vor. „Weitere Helfer sind gerne willkommen“, sagte Booch und verwies auf die Homepage des Helferkreises www.helferkreis-hochdorf.de.

Nach der Veranstaltung antwortete Bürgermeister Klaus Bonelli auf die Nachfrage der SZ, ob man überrascht sei, dass von Seiten der Bevölkerung an dem Abend keine negative oder polemische Wortmeldungen kamen. „Nein, eigentlich nicht“, sagte der Bürgermeister. „Ich glaube, dass unsere Bürger zum einen aufgrund der frühzeitigen Information durch die Gemeinde in Sachen Flüchtlingsunterbringung und zum anderen durch den sehr engagierten Flüchtlingshelferkreis, allen voran Thomas Booch und Günter Huchler, in unserer Gemeinde entsprechend Bescheid wussten. Dazu beigetragen hat auch die sachlich und fundiert vorgetragene Information des Landratsamts.“

Bonelli lobte insbesondere Jürgen Kraft und Agelika Eyrich, Erna Fischbach und Ursula Schmid-Berghammer. „Sie machen einen tollen Job, der nicht sehr einfach ist.“