Schwäbische Zeitung Lokalteil Biberach vom 18.01.2016

Schwäbische Zeitung Lokalteil Biberach vom 18.01.2016 von Josef Aßfalg
Die Gemeinde Hochdorf hat am Sonntag beim Neujahrsempfang in die Gemeindehalle Unteressendorf eingeladen. 14 Ehrenamtliche von der Flüchtlingshilfe und 16 mehrmalige Blutspender sind dabei geehrt worden.

Am Eingang der Halle begrüßte Bürgermeister Klaus Bonelli die Gäste mit Handschlag. Man könne nicht in die Zukunft schauen, „aber man kann den Grund für etwas Zukünftiges legen“, zitierte Bonelli den französischen Schriftsteller Antoine de Saint-Exupery. Die Zukunft für Hochdorf zu gestalten, Hochdorf zukunftsfähig zu machen und die Lebensqualität zu sichern und zu verbessern, seien die Anstrengungen 2015 gewesen. Bonelli führte Projekte auf, wie der Neubau des Rathauses und den Umbau des alten Rathauses in ein Ärztehaus mit Apotheke.

Stolz zeigte sich Bonelli, dass der Rathausneubau deutlich unter dem Kostenrahmen abgerechnet werden konnte. „Des hammr wieder na kriagt“ („Das haben wir wieder hinbekommen“), freute sich der Schultes. Ein Ärztehaus mit Apotheke habe es in Hochdorf bisher nicht gegeben – es sei ein Meilenstein für die Gemeinde.

Zum Wohnungsbau gab das Gemeindeoberhaupt unter anderem bekannt, dass von 18 Bauplätzen im Baugebiet Stockäcker VI in Schweinhausen 14 verkauft seien. Und: „Das Baugebiet Kreuzäcker I im zweiten Bauabschnitt ist restlos verkauft“, der Verkauf im Baugebiet „Brunnenöschle“ in Unteressendorf verlaufe gut. Auf die Gesamtgemeinde betrachtet, habe Hochdorf keine erschlossenen Baugebiete mehr, resümierte Bonelli. Zu den Gewerbeflächen sagte er, dass keine vorhanden seien. Die Gewerbeentwicklung sei für Hochdorf aber wichtig, für den Erhalt und für neue Arbeitsplätze. „Ich glaube nicht, dass Hochdorf es sich leisten kann, Firmen abwandern zu lassen“, befand Bonelli.

Verständnis für Sorgen und Ängste

Die Zukunft bringe, „was wir der Zukunft bringen“, so Bonelli. Zum Thema Flüchtlingsunterbringung sagte der Bürgermeister, dass zusammen mit dem Landkreis neben der Sporthalle eine Unterkunft errichtet werde. Er glaube nicht daran, „dass wir öffentliche Einrichtungen in Anspruch nehmen müssen“. Für ihn sei klar, „diesen Menschen ein sicheres Dach über dem Kopf zu bieten“, das sei eine gesetzliche Pflichtaufgabe und eine humanitäre Verpflichtung. Er habe aber auch Verständnis für die Sorgen und Ängste der Bürger bezüglich des Missbrauchs der Gastfreundschaft. Verschiedene politische Parteien verfolgten das Flüchtlingsthema für ihre politischen Zwecke. Er sei dankbar, dass Thomas Booch und Günther Huchler den Füchtlingshelferkreis in Leben gerufen haben. „Sie geben mit den ehrenamtlichen Helfern den Menschen Hoffnung und helfen bei der Integration und der Bewältigung des Alltags.“ Für die ehrenamtliche Tätigkeit wurden 14 Personen geehrt (siehe Kasten).

Die freiwilligen Feuerwehren seien „die älteste Bürgerinitiative, die wir kennen“. „Wir brauchen Männer und Frauen, die dort hin rennen, wo andere weglaufen“, resümierte Bonelli. In Fortschreibung des Feuerwehrbedarfsplans sei in einer Klausurtagung des Gemeinderats die bisherige Ausrichtung – drei Standorte, drei Feuerwehren – einstimmig festgelegt worden.

Sie hätten in der Stille großartiges geleistet, sagte Klaus Bonelli an die Blutspender gewandt. Und: „Sie werden nie erfahren, wem Sie mit ihrem eigenen ‚Lebensssaft’ geholfen haben.“ Für mehrmaliges Blutspende konnte Bonelli 16 Spender ehren.